Haben Sie heute Nacht geträumt? Oder genauer: Haben Sie einen Traum gehabt, an den Sie sich jetzt noch erinnern können?
Gute Träume sind wie Geschenke am frühen Morgen. Sie enthalten Hinweise auf etwas, was in unserem Innern versteckt ist, was in uns schlummert. Sie können mir Schwung und Mut geben für den ganzen Tag.
Auch die Bibel hält viel von Träumen. Besondere Träume sind eine Sprache Gottes. Sie dienen als Quelle der Erkenntnis und als Lebenshilfe.
Bei der Schilderung des ersten Pfingstfestes werden die Träume ausdrücklich mit der göttlichen Geistkraft in Verbindung gebracht: "Ich will meinen Geist ausgießen und eure Jungen sollen Gesichte sehen und eure Alten sollen Träume haben". Wenn der Geist Gottes weht, dann beginnen Menschen offenbar so intensiv zu träumen, dass sich in ihren Träumen Visionen und Ahnungen von einer neuen Welt abzeichnen.
Das Pfingstereignis selbst mutet ja an wie ein Traum: Menschen unterschiedlicher Nationen verstehen einander. Sprachbarrieren werden überwunden. Es entsteht ein überschwängliches Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Heute Abend beim Churchwalk sind Sie eingeladen von Kirche zu Kirche zu ziehen. Das bereits ist schon ein Weg der Verständigung. Musik unterschiedlicher Kulturen wird in altehrwürdigen Kirchenräumen erklingen. Und wenn es gut geht, entsteht so etwas wie eine "Symphonie des Geistes", ein Zusammenklang unterschiedlicher Traditionen, Stilrichtungen und Kulturen.
Lassen wir uns von Gottes Geistkraft inspirieren! Und seien wir doch so frei, uns von unseren Träumen zu erzählen.
Karin Liebl, Pfarrerin der Marktgemeinde
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