Swinging Christmas in der Marktkirche

Blue Notes and White Christmas

Freitagnacht am 16.12.2011 um 21.30 lud die Marktgemeinde zu ungewöhnlicher Zeit zu einem (kirchenmusikalisch betrachtet) ungewöhnlichen Konzert ein. Das Quartett "Plum Jam" mit Jarek Bartoszek (sax.), Bogdan Izdebski (bass), Felix Roscher (piano) und Ansgar Ruppert (drums) spielte Weihnachtslieder, vorwiegend aus dem "Great American Songbook", sowie Titel aus dem modernen Jazz und eigene Kompositionen. Die Gruppe wurde bei einigen Titeln durch Ralph Beims unterstützt, der an diesem Abend sich aufmachte, in Konkurrenz zu Frank Sinatra und Dean Martin zu treten.

Das Konzert begann und endete mit dem Stück "Leise rieselt der Schnee". Jazzkenner wurden am Anfang dieses Stückes gleich hinter das Licht geführt, da man nach den berühmten Bassfiguren, mit dem das Lied begann, sofort an "All Blues" von Miles Davis dachte. Wenig später ließ jedoch Felix Roscher in dem Stück mit sehr schnellen Klavierläufen aus dem hohen Register den Schnee rieseln. All Blues war damit weggeschmolzen.

Dem Puplikum wurden bekannte Stücke wie "Norwegian Woods" (Beatles), "Rudolph the Rednose Rendeer" mit Jarek Bartoszek als Elch bzw. Rentier (siehe Fotos), dem Klassiker "My Favourite Things" (R.Rodgers, berühmteste Fassung mit John Coltrane), "I'm Dreaming of a White Christmas", "Santa Claus is Coming to Town" u.a. dargeboten.

Bemerkenswert war das lyrische und weiche Saxophonspiel von Jarek Bartoszek, der an den Schluss der meisten Stücke noch einen musikalischen Spaß setzte. Felix Roscher glänzte durch sein perfektes Spiel und seine Improvisationsfreude. Vermutlich stammten auch einige Stücke aus seiner Feder. Bogdan Izdebski mit seinem trockenen Bass und Ansgar Ruppert mit seinem Schlagzeug sorgten für den nötigen Drive der Gruppe. Ralph Beims, der als sehr guter Sänger klassischer Stücke allen bekannt ist, konnte sich auch in das neue Metier schnell hereinfinden und jammte gekonnt mit "Plum Jam" mit.

Die Interpreten stellten an diesem Abend ihre Vielseitigkeit und Virtousität auch einmal in einer Kirche unter Beweis, in der Goslarer Musikszene sind sie schon länger bekannt. Nach 1½ Stunden mit 14 Titeln endete das Konzert, begleitet von viel Beifall.

Ein toller Abend, der in dieser Form öfters einmal stattfinden sollte. Die für die späte Zeit gut gefüllte Kirche spricht für das Interesse an solcher modernen Musik. Auch das jüngere Publikum wurde sicherlich erreicht. Herzlichen Dank an die Interpeten und die Veranstalter - Weiter so!

Hartmut Hädrich

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